burn-out-prophylaxe

In der Sozialen Arbeit sind Fachkräfte komplizierten und herausfordernden Interaktions- und Kommunikationsprozessen ausgesetzt, z.B. in den Beziehungen zu den immer individuell unterschiedlichen AdressatInnen, KollegInnen, Vorgesetzten, Angehörigen und anderen Akteuren. Auch der Spagat der Vermittlung zwischen Individuum und Gesellschaft ist nur selten reibungslos zu bewerkstelligen. Dazu kommt die Konfrontation mit Ungerechtigkeit, Krankheit, Armut, Ausgrenzung oder Gewalt. Die Grenzen der eigenen Möglichkeiten werden uns als in der sozialen Arbeit Tätige oft und schnell deutlich.

Umso herausfordernder ist es, sich handlungsmächtig und selbstwirksam zu erleben und hoffnungsstiftend auf die Klientel zuzugehen - oder negativ formuliert - nicht "auszubrennen". Seit Wolfgang Schmidbauer dem "Helfer-Syndrom" Ende der 70er Jahre seinen Namen gab, geistert dieses durch die Hallen helfender Berufe. So wichtig die Diskussion, so bedauerlich ist es festzustellen, dass die emotionale Erschöpfung, das "Ausgebrannt-Sein", häufig auf die Persönlichkeit der Fachkraft reduziert wird: der oder die Ärmste "hat halt ein Helfer-Syndrom" oder hat sich halt "zu schlecht abgegrenzt". So einfach machen wir es uns in diesem workshop natürlich nicht, den die Thematik ist weitaus vielschichtiger.

 

"sei selbst die veränderung, die du in der welt sehen willst" (mahatma gandhi)

Es ist leicht, Dampf abzulassen - auf den Chef, das System, eine unliebsame Kollegin oder einen anstrengenden Klienten zu schimpfen - und verschafft für den Moment Entlastung. Druck muss irgendwo hin! Dahinter liegen aber immer eigene Unsicherheiten, Ängste, Irritationen, Kränkungen, Ernüchterungen etc., derer man sich nicht klar ist und die sich dann über den Umweg von Schwierigkeiten in Beziehungen, psychosomatischen Beschwerden oder verdeckten/offenen Burnout-Symptomen bemerkbar machen können.

 

Ist es erstmal so weit gekommen, dass unbewusste Gefühle (einer Einzelperson oder eines Kollektivs wie einem Team) soviel Druck aufbauen, dass dieser immer weiter "nach unten" abgelassen wird und die schwächsten Glieder in der Kette erreicht (z.B. die AdressatInnen) und/oder dieser sich auf destruktive Art Bahn bricht (z.B. durch Lästern, Mobbing und andere das Klima vergiftende Aktionsformen), spätestens dann tut Veränderung not. Präventiv mit den belastenden und herausfordernden Umständen der Sozialen Arbeit umzugehen, das wäre der umsichtige Weg.

 

"da es sehr förderlich für die gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein" (voltaire)